Unser Ziel war das Wildseeloderhaus. Die Berghütte (jap. 山小屋 | やまごや) liegt auf 1.854 m in den Kitzbüheler Alpen in Tirol, direkt am Wildseelodersee.
Ringsum ragen die Gipfel auf, mittendrin liegt der Bergsee: ein traumhafter Ort, der zum Innehalten und Genießen einlädt.
Auf einen Blick
- Hütte: Wildseeloderhaus, 1.854 m, Kitzbüheler Alpen (Tirol)
- Anreise: Bergbahn Fieberbrunn bis Lärchfilzkogel, dann etwa 1,5 Stunden zu Fuß
- Klettersteige: Marokka (C) und Henne (bis C/D)
- Übernachtung: Zweibettzimmer, 192 € für zwei Nächte, vor Ort nur Barzahlung (Stand 2022)
Anreise mit der Bergbahn
Geparkt haben wir direkt an der Talstation der Bergbahn Fieberbrunn, der Parkplatz war kostenlos. Die Fahrt mit der Gondel bis zur Bergstation Lärchfilzkogel (2. Sektion) kostete 28,50 € pro Person. Die Bahn fährt täglich von 8:30 bis 17:00 Uhr.
Mit der Gondel ging es in etwa 23 Minuten nach oben. Von dort waren es zu Fuß noch rund anderthalb Stunden und etwa 200 Höhenmeter über die Wildalm (Wanderweg Nr. 711) bis zum Wildseelodersee und zur Hütte.
Übernachten im Wildseeloderhaus
Da die beiden Klettersteige unser eigentliches Ziel waren, hatten wir die Hütte vorab für zwei Nächte gebucht. Das Zweibettzimmer inklusive Bettwäsche kostete uns für beide Nächte zusammen 192 €.
Gut zu wissen: Bei der Buchung war eine Anzahlung von 100 € fällig. Den Rest und die Mahlzeiten konnte man vor Ort nur bar bezahlen. Fließendes Wasser gibt es in der Hütte nicht, Katzenwäsche ist also angesagt. Wer mag, kann natürlich auch im Wildseelodersee baden gehen.
Nebel, Bergsee und zwei Gipfel
Leider war das Wetter beim Aufstieg und auch an den folgenden Tagen nicht beständig. Deshalb erkundeten wir den Wildseelodersee bei einem gemütlichen Spaziergang rund um den See. Überall boten sich traumhafte Ausblicke auf die umliegende Bergwelt und schöne Fotospots. Den Abend ließen wir mit Käsespätzle und einem Bier ausklingen.
Auf dem Berg aufzuwachen ist ein mystisches Gefühl: Der Nebel (jap. 霧 | きり) zog direkt an unserem Zimmerfenster vorbei. Es regnete zwar nicht die ganze Zeit, für die Klettersteige war der Fels aber zu nass.
Stattdessen stiegen wir auf den Wildseeloder (2.118 m). Von oben hat man einen eindrucksvollen Blick auf den See und die umliegenden Berge, jedenfalls wenn der Nebel es zulässt. Die Wolken zogen schnell vorbei, sodass wir zum Glück immer wieder gute Sicht hatten.
Über den Seenieder ging es weiter zum Gipfelkreuz der Henne (2.078 m) und anschließend zurück zur Hütte. Nach einem leckeren Abendessen fielen wir müde ins Bett.
Marokka- und Henne-Klettersteig
Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter erholt, es war sonnig und warm. Nach dem Frühstück checkten wir aus, durften unser Gepäck aber an der Hütte lassen. So konnten wir doch noch beide Klettersteige gehen: den Marokka (Schwierigkeit C) und die Henne (bis C/D).
Der Einstieg zum Marokka liegt unterhalb des Wildseeloderhauses. Wir stiegen ein Stück ab, bogen rechts ab und folgten dem Weg eine Weile geradeaus bis zum Einstieg. Es geht gleich mit einer C-Stelle los, danach folgen eine Seilbrücke, einige leichtere Passagen (A/B), noch einmal C und zum Schluss B. Nach etwa zwei Stunden und rund 200 Höhenmetern erreichten wir das Gipfelkreuz auf 2.019 m.
Kurz vor dem Gipfelkreuz steht eine Bank, die zu einer Pause einlädt. Danach ging es über Geröll an der Bergstation Reckmoos vorbei zum Einstieg des Henne-Klettersteigs.
Die Henne beginnt leicht (A/B). Dann teilt sich der Steig: Oben herum verläuft eine leichte Variante (A/B), unten herum eine anspruchsvolle (C/D). Zuerst kommt eine Seilbrücke (jap. 吊り橋 | つりばし), von der anderen Route aus kann man hier tolle Fotos machen. Danach folgen C-Passagen. In der Mitte gibt es einen Notausstieg, falls es doch zu schwierig wird, bevor der D-Abschnitt beginnt. Dafür sollte man etwas Klettersteigerfahrung mitbringen und ein paar Klimmzüge schaffen. Anschließend treffen sich beide Varianten wieder, und der Rest ist nur noch leicht (A/B). Bis zum Gipfelkreuz auf 2.078 m braucht man für die rund 160 Höhenmeter etwa anderthalb Stunden.
Zurück an der Hütte stärkten wir uns mit einem Kaiserschmarrn, packten unsere sieben Sachen und wanderten zurück zur Gondel.
Fazit
Die Übernachtung, der Ausblick und der Bergsee waren traumhaft. Am Abend, wenn die Tagesgäste weg sind, kann man in Ruhe der Natur lauschen.
Der Marokka-Klettersteig hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die Henne war bis auf die schwierige Passage eher ein langweiliger Steig. Beide lassen sich an einem Tag schaffen, Kondition sollte man dafür aber mitbringen.
Japanisch für unterwegs
| Deutsch | Japanisch | Lesung |
|---|---|---|
| Berghütte | 山小屋 | やまごや |
| Bergsee | 山の湖 | やまのみずうみ |
| Klettersteig | 鎖場 | くさりば |
| Gipfel | 山頂 | さんちょう |
| Seilbrücke | 吊り橋 | つりばし |
| Nebel | 霧 | きり |
| Bergsteigen | 登山 | とざん |
| Übernachtung | 宿泊 | しゅくはく |