Grüner japanischer Papierschirm von unten

Neujahr (jap. 元日 | がんじつ) ist ein gesetzlicher Feiertag. Es ist ein wichtiger Feiertag für die Japaner.
Das Neujahrsfest (jap. 正月 | しょうがつ oder お正月 | おしょうがつ) wurde anfangs nach dem lunisolaren Kalender (kurz Mond-Sonnen-Kalender) zu Beginn des Frühjahrs gefeiert. Seit 1873 folgt Japan dem Gregorianischen Kalender und der Neujahrstag wird am 1. Januar gefeiert.

Das seit Jahrhunderten gefeierte Neujahrsfest hat seine eigenen und einzigartigen Bräuche. Man sieht, dass viele Japaner ihren traditionellen Kimono auf den Straßen tragen.

Am Neujahrstag gibt es das traditionelle Neujahrsessen (jap. 御節料理 | おせちりょうり), das mit der Familie oder Freunden gegessen werden. Je nach Region variiert das Neujahrsessen. Jedoch sind die meisten traditionellen Gerichte süß oder sauer, da sie sich damals so besser frisch halten ließen.

Ein weiterer Brauch zum Neujahrstag ist es, Neujahrs-Postkarten (jap. 年賀状 | ねんがじょう) an Freunde und Verwandte zu verschicken.
Der Ursprung der Neujahrs-Postkarte war es, entfernt wohnenden Freunden und Verwandten ein Lebenszeichen von sich und der eigenen Familie zu schicken. Heute ist es fast eine Pflicht, Freunden und Personen, denen man Respekt schuldet, Neujahrskarten zu schreiben. Meist werden hier bereits vorgedruckte und frankierte Neujahrskarten gekauft, die ein Motiv des Tierkreiszeichens des neuen Jahres und einen formellen Gruß (jap. 明けましておめでとうございます | あけましておめでとうございます) tragen. Lediglich die Adresse wird noch per Hand ausgefüllt.

Die Kinder bekommen ein Neujahrs-Taschengeld (jap. お年玉 | おとしだま). Die Summe richtet sich nach dem Alter des Kindes, bei mehreren Kindern bekommen meist alle gleich viel. Das Geld wird in kleinen, dekorierten Umschlägen (jap. ポチ袋 | ポチぶくろ) überreicht.

In der Regel steht ein „Besuch an einem buddhistischen Tempel oder Shintō-Schrein“ (jap. 初詣 | はつもうで) an.
Vor japanischen Schreinen (deren Gebäude man nicht betritt) wird Münzgeld geopfert, indem man es in eine dafür aufgestellte Holzkiste hineinwirft. Mancherorts wird speziell für diesen Tag ein zweiter oder größerer Kasten aufgestellt, um alles Geld aufzunehmen. Dazu verwendet man vornehmlich ein Fünf-Yen-Stück (jap. 五円 | ごえん), da es als besonders glücksbringend gilt.

Die meisten Firmen und Behörden machen vom 29. Dezember bis zum 3. oder 5. Januar Betriebsferien. Die Feiertage gelten als Hauptferienzeiten in Japan, neben der „Goldenen Woche“ (jap. ゴールデンウィーク) um den 1. Mai und Obon (jap. お盆 | おぼん) im August. Am 1. Januar direkt bleiben fast alle Geschäfte geschlossen. Zu diesem Feiertag werden auch die Häuser und Autos mit Bambusbündeln und goldenen Papiervögeln geschmückt.

Am zweiten Montag im Januar ist der Tag der Mündigkeitserklärung (jap. 成人の日 | せいじんのひ). Alle, die in diesem Kalenderjahr 20 Jahre alt werden, trifft man im Kimono auf dem Weg zum Rathaus, wo eine Zeremonie zur Feier der Volljährigkeit stattfindet. Für viele junge Japanerinnen ist dies neben der Hochzeit die einzige Gelegenheit, zu der noch ein Kimono angelegt wird.

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